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Lernen in der Mittelstufe

Schwerpunkt des Lernens in der Mittelstufe bildet die Sicherung und Festigung der Kulturtechniken. In verschiedenen Unterrichtsformen, die vielfach reformpädagogische Akzente enthalten, wie Freiarbeit, Tages- und Wochenpläne, Partner- und Gruppenarbeit, Projektunterricht, fächerübergreifender Werkstattunterricht aber auch im lehrerzentrierten Unterricht, werden sie geübt und erweitert.

Das Klassenlehrerprinzip wird durch den beginnenden Fachunterricht in den Bereichen Hauswirtschaft und Werken/Arbeitslehre und durch die Teilnahme an klassenübergreifenden Arbeitsgemeinschaften entwicklungsadäquat gelockert. Jeder Kollege hat besondere Stärken in bestimmten Fächern. Um diese Kompetenzen zu bündeln und zu nutzen, gibt es Fächer, die nicht vom Klassenlehrer erteilt werden, sondern von einem Fachlehrer - so z.B. in den Fächern Sport, Hauswirtschaft, Biologie, Physik, Kunst und Projektunterricht.

Wie auch in der Unterstufe beschreiben die individuellen Förderpläne das Leistungsvermögen jedes Schülers und verhelfen zu einer gezielten Förderung, die unter anderem durch die Bildung klassenübergreifender Lerngruppen umgesetzt wird.

Bei den meisten Schülern liegt der Schwerpunkt der Pubertätsentwicklung in der Mittelstufe. Die körperlichen Veränderungen gehen mit psychischen einher und fordern eine pädagogisch sehr intensive Begleitung ein. Diese Begleitung wird beispielsweise durch die Sexualerziehung als Teilbereich des Biologieunterrichtes unterstützt, der möglichst nach Geschlechtern getrennt und je von einer Lehrerin und einem Lehrer erteilt wird, weil es Themen und Fragen gibt, die eine Schülerin z.B. am liebsten nur mit einer Lehrerin besprechen möchte und kann. Darüber hinaus vollzieht sich die pädagogische Arbeit in diesen Jahren im Spannungsfeld zwischen Aufbau eines positiven Selbstbildes bei gleichzeitigem Erwerb einer realistischen Selbsteinschätzung.

Verhaltensauffälligkeiten nehmen häufig in ihrer Ausprägung und Intensität zu und machen besondere pädagogische Maßnahmen und auch eine intensive Elternarbeit erforderlich. In dieser Entwicklungsphase ist es außerordentlich wichtig, dass die Schüler ihre Konfliktfähigkeit auf sachlicher Ebene sowie die Partner- und Teamfähigkeit stärken. Unterstützt werden sie dabei durch eine Beratungslehrerin.

Zu Beginn der Mittelstufe, spätestens jedoch mit Ende der Klasse 6, wird angestrebt, dass die Schüler, die durch ihre Schulleistungen, ihre Anstrengungsbereitschaft und ihr soziales Verhalten in der Lage sind, den Anforderungen der allgemeinen Schule gerecht zu werden, (zunächst probeweise) den Unterricht der Hauptschule besuchen mit dem Ziel einer Rückschulung.